Aus fünf zu kurzen und massstäblich nicht Fn3 entsprechenden CONOCO Tankwagen von LGB, sollen kleinere Privattankwagen für einen Industriebetrieb entstehen.
Der Ausgangspunkt von Logging Holzzügen auf der Modellbahn oder deren Zielort entsprechen im Vorbild weitläufigen Arealen, die auf einer Gartenbahn relativ gross würden. Das Holz wurde teilweise unweit davon weiterverarbeitet. Ein solcher Betrieb ist die Imprägnierung von Eisenbahnschwellen.
In der Literatur liest man, dass pro Schwelle rund 26 Liter Creosote hineingepresst wurde. Das heisst der regelmässige Transport von Creosote muss ein Thema gewesen sein. Die Hersteller von Creosote, betrieben um 1925 typische 10’000 Gallonen Normalspurtankwagen. Im Biotop der D&RGW Schmalspur musste die Firma den Transport aber selbst organisieren. Das waren fast ausnahmslos meist kleinere Privatwagen die in den Listen der D&RGW gar nicht erscheinen. Alamosa und Salida waren beliebte Umschlagplätze für Güter zwischen Normalspur und Schmalspur. Man denke nur an den weithin sichtbaren Rotary Dump mit dem Schüttgut Ladung von Schmalspur Gondolas in Normalspur Gondolas gekippt wurde. Ebenso wurden auch Flüssiggüter umgeladen. Zu den Flüssigladegüter gehörten Benzin von CONOCO und z.B. auch hochkonzentrierte Schwefelsäure für Mills. Ein 10’000 Gallonen Normalspur Creosote Tankwagen füllte zwei 5000 Gallonen Schmalspur Tankwagen. Beim Treatment Plant musste entweder ein grosser Creosote Lagertank gebaut werden, oder viel improvisierter, Tankwagen als Lagertanks dienen. Das wiederum bedeutet, dass es mindestens 3 Creosote Tankwagen braucht. Für den Imprägnier Prozess braucht es eine Behandlungskammer, in der die Schwellen zuerst mit einem Vakuum behandelt werden, bevor dann das 80° C heisse Creosote mit Druck hineingepresst wurde. Das nördliche Gebiet von New Mexico wurde erst sehr spät elektrifiziert. Chama als Helperstation der D&RGW wurde beispielsweise erst 1940 ans Stromnetz angeschlossen.
Kleine Schwellenimprägnierwerke folgten bei einem Umzug der Company zu den neuen Waldgebieten und dabei waren nicht nur die Lagertanks improvisiert. Zur Erzeugung von Vakuum und Druck diente der Dampfkessel der Yard-Goat, der Werksdampflok, welche auch gleich die wenigen Rangiermanöver ausführte und die Creosote Tankwagen mit dem Dampfheizrohr auf Temperatur hielt.
Das Vakuum wurde mit einem Dampfinjektor erzeugt, wie sie Europäische Schmalspurbahnen zur Erzeugung des Bremsvakuums verwenden und der Imprägnier Druck wurde mit Dampfdruck aus dem Lok-Kessel erzeugt.
Die zu kleinen Conoco Tankwagen wurden nun für ein Second Live zerlegt, mattschwarz gespritzt und dabei gleich schon leicht braun lasierend einen farblichen Grundtenor für Creosote gelegt. Dabei wurden auch die gelb glänzenden Messing Stangen schwarz überspritzt.
Bei dieser Gelegenheit wurde der LGB-Wagen für den Betrieb mit Fn3 angepasst.
Dunkle, hochwertige Fn3 26 Zoll Radsätze aus Metall von Bachmann Spectrum mit feinen Spurkränzen ersetzen die Pizzaschneider Räder, Spanntrossen im Sprengwerk unter dem Wagen, die gekröpften Kadee-Kupplungen wurden von den Drehgestell-Deichseln mit einem Distanzklötzchen an den Wagenboden versetzt und die LGB Drehgestelle wurden mit einem Satz Bremsklötze ergänzt.
Zu guter Letzt wurde das zu kleine Plastikbremsrad durch ein feines durchbrochenes Weissmetall D&RGW Bremsrad in Fn3 Grösse ersetzt.
Das grosse Kopfzerbrechen gab die Beschriftung. Dabei erinnerte ich mich an eine aus Sicht mancher Modellbauer fast frivole Alternative zu Nassschiebebildern, Abriebbuchstaben und geschnittenen Beschriftungen. Ich dachte über einen negativen schwarzen Laser-Ausdruck nach, auf ein grossflächige, wetterfeste weisse Vinil Etikette.
Das Piece de Résistance war das Creosote Emblem, welches ich mit dem Vektor Grafikprogramm Silhouette Studio in 4 übereinander liegenden Ebenen von einem historischen Foto nachzeichnete.
Die LGB-Wagen haben so einen glaubwürdigen Einsatzzweck im Fn3 Umfeld gefunden.
Was ist das Ladegut Creosote und warum braucht es eigene Wagen
Mit Creosote wurde Holzmasten in dem Bereich, wo sie in die Erde eingebracht werden gegen Fäulnis behandelt, indem diese wochenlang eingelegt wurden. Ebenso wurden Schwellen mit Creosote unter Druck behandelt, um deren Lebensdauer und damit die teuren Gleiserneuerungsarbeiten hinauszuzögern.
Besonderheiten des Transportes
Creosote ist bei Raumtemperatur kaum fliessfähig, und muss zum Be- und Entladen sowie in der Verarbeitung auf rund 80°C aufgewärmt werden. Die Tankwagen verfügen deshalb über Heating Coils, Dampfheizrohre.
Das Imprägnierverfahren, wie es auch bei uns angewendet wurde.
Die Schwellen werde batchweise in einen Druckkessel eingebracht. Danach wird der Kessel in ein Vakuum versetzt, damit die Restfeuchtigkeit aus dem Holz entweicht.
Danach wird der Kessel mit dem aufgewärmte Creosote geflutet und unter relativ hohen Druck gesetzt. Die Imprägnier Dauer ist von der Dicke des Imprägnier Gutes abhängig und ob nur der äussere Bereich oder bis in den Kern imprägniert werden soll. Die Qualität und damit die Lebensdauer von Druckimprägniertem Holz kann dadurch erheblich variieren.
Was ist chemisch gesehen Creosote
Aus dem Rückstand der Steinkohle Kokerei, dem Steinkohleteer, werden u. A. High Flash Naphtha und Naphtha abdestilliert, was bei uns eher unter der Bezeichnung Terpentine gehandelt wird und dann das dicke Ende, welches Teerartig ist. Der bei rund 80 bis 100 Grad noch fliessfähige Teil wurde abgegossen und mit Natronlauge aufgekocht. Das ist dann Creosote, mit dem man Holz damals Kesseldruck imprägnierte. Creosote ist ein abtötendes, hochgiftiges Substanzen Gemisch.
Creosote gilt heute als Krebserregende problematische Substanz und ist weitestgehend durch andere Substanzen wie Kupferarsenat ersetzt worden.
Heinz Däppen
Pinos Altos Tie & Timber Company ist der schon fast vergessenen und längst abgebauten Modellbahnanlage Tres Piedras & Pinos Altos RR im Vorarlberg gewidmet.
