Bau des Coaling-Tower der alten D&RGW Station in Chama, New Mexico, für die Modell-Spur G

Bau des Coaling-Tower der alten D&RGW Station in Chama, New Mexico, für die Modell-Spur G

Vor ein paar Jahren beabsichtigte ich für meine alte Indoor-Anlage, einen Kohle-Silo für die Bekohlung der Dampfloks, zu bauen. Ted Brewer aus BC, Canada bietet in seiner Website https://www.brewerplans.com einige gute Pläne von Gebäuden und Brücken an. Unter anderem eben auch den Plan des Coaling Tower in Chama. Die ganze Chama-Station gehört heutzutage der Cumbres and Toltec Scenic Railroad. Der Coaling-Tower ist meines Wissen, nach wie vor in Betrieb. Eigentlich eine sensationelle Erkenntnis, wenn man bedenkt, dass diese Holzkonstruktion vor einiges mehr als 100 Jahren erstellt wurde. Ich nehme an, das trockene Klima in der Hochebene im Norden von New Mexico hat diese lange Lebensdauer begünstigt.

Ich hatte beim Bau versucht, den Massstab einigermassen meiner Mainline-Anlage der Spur G anzupassen (Massstab 1:29). Nach Fertigstellung des Coaling Tower musste ich jedoch dann feststellen, dass dies eine «Schnapsidee» war. Die Vorbildgetreue ist natürlich für Mainline überhaupt nicht gegeben. Der Massstab des Modells ist in etwa bei 1:24 zu finden. So passt er leider vorbildgetreu auch nicht zu den Schmalspurmodellen mit der Spurweite 45 mm im Massstab 1:20,3. Geschweige denn zu meinem Mainline-Rolling Stock.

Somit habe ich den Tower einem Kameraden abgegeben, der ihn in eine zukünftige Indoor-Anlage einbauen will. Ich habe das Projekt «Mainline Coaling Tower» jedoch nicht aufgegeben und anschliessend dann wirklich einen massstab-getreuen riesigen Coaling-Tower gebaut, nach der Vorgabe der ehemaligen Towers an der Tennessee-Pass Linie der Denver & Rio Grande Western Railroad. Siehe meine Website:

http://www.moosecreek.ch/indoor-layout/coaling-station.html

Somit kommen wir zum Bau des Modells: als erstes musste das Maschinenhaus erstellt werden, auf welches der Silo gesetzt wurde.

Ein Bild des fertigen Maschinenhauses. Man beachte die Stützen für den Silo, die quasi aus dem Dach herausragen. Als Bauholz verwende ich Lärchenholzprofile in jedem beliebigen Querschnitt, die ich auf der Tischfräse unseres Dorfschreiners selber zuschneide. Als Dachplatten habe ich dünne Sperrholzplatten zugeschnitten. Für die Wände habe ich auch Sperrholzplatten verwendet, auf die ich dann die Holzschalung mit Lärchenholzprofilen geklebt habe.

Grundsätzlich sollte man bei solchen Gebäuden, von denen man ein Modell erstellen will, beim Bauablauf vorgehen wie beim Original. Von unten nach oben die ganze Sache aufbauen. Tönt eigentlich selbstverständlich, ist es aber nicht. Man könnte auch alle vier Seitenteile separat fertigen und anschliessend zusammenbauen. Bei so einem Silo wäre das aber vermutlich sehr kompliziert.

Zwei Bilder, auf denen man den Aufbau der horizontalen und vertikalen Tragkonstruktion sieht.

Detail der Tragkonstruktion: Verschraubungen mit M2 Schrauben und Muttern. Ich verwende bei meinen Gebäude- und Brückenkonstruktionen als Holzprofilverbindung einerseits Weissleim als Klebstoff und andererseits eben auch M2 Schraubverbindungen und 1,8 mm Holzschrauben.

Im linken Bild sind die Wände des Silos eingeklebt, im rechten Bild bereits die seitlichen Schienen für die zwei Förderkübel-Aufzüge montiert. Die Führungsschienen habe ich beidseitig ein Messing U-Profil gewählt. Zuoberst sieht man die Umlenkrollen für die Drahtseile, mit denen die Förderkübel rauf und runter bewegt werden. Im Maschinenhaus ist beim Original wohl ein Elektromotor mit Seilwinde (früher wahrscheinlich eine Dampfwinde). Von der Winde führen die Drahtseile aus dem Maschinenhaus durch die Wand raus und mit zwei kleineren Umlenkrollen dem Gebäude nach hinauf zu den grossen Umlenkrollen. Dann wieder senkrecht runter bis zur Anhängevorrichtung der beiden Förderkübel.

Detailaufnahmen der Umlenkrollen und von einem der Förderkübel, mit Aufhängung. Seitlich sind die Führungsschienen zu erkennen.

Nochmal zwei Bilder, auf denen die Förderanlage mit den zwei Kohlekübeln zu erkennen sind. Auf dem rechten Bild ist zuoberst bereits die Hütte für die Umlenkanlage erstellt.

Der fertige Tower, Seitenaufnahme und die Rückseite mit der Förderanlage.

Zum Abschluss noch ein grösseres Bild des Towers von der Frontseite aus. Auf dieser Seite führt das Beladegleis durch, wo die Tender der Steam-Engines über die Rutsche unten in der Mitte der Fassade beladen werden. Auf dem Bild fehlt die Metall Rutsche zum hochklappen. In Chama führt hinter dem Tower ein Gleis auf eine erhöhte Rampe. Da wird der Hopper mit der Kohle hinauf gestossen und über die Entladeklappen im Wagenboden in den darunterliegenden Betonsilo entladen. Mit den Kübeln wird sodann die Kohle am Tower raufbefördert und oben in den Towersilo gekippt. Da ich den Tower abgegeben habe, bin ich natürlich nicht mehr dazu gekommen, das Gebäude originalgetreu in die Umgebung auf meinem Indoor Layout einzubauen. Sobald mein Kamerad den definitiven Standort auf einer Anlage gefunden hat, kann man dann bestimmt diesen Baubericht mit schönen Aufnahmen ergänzen.

Februar 2021 / WE